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Geschlechtsunterschiede beim Problemlösen

Ein Autorenteam um Charlotte Duranton (J. Comp. Psychol. 129,84-87, 2015) lies insgesamt 24 Hündinnen und 23 Rüden verschiedener Rassen eine Box öffnen, um eine darin befindliche Futterbelohnung zu erhalten. Der Versuch wurde dreimal wiederholt, und die Latenzzeit bis zum erfolgreichen Öffnen der Box wurde aufgenommen. Beim ersten Versuch waren die Rüden statistisch signifikant schneller und damit erfolgreicher in der Bewältigung der Aufgabe. Diese Geschlechtsunterschiede wurden jedoch umgekehrt, wenn man die Daten der beiden folgenden Versuche betrachtete. Dann waren die Hündinnen erfolgreicher, das heißt schneller als die Rüden. Die Autorinnen interpretieren dies so, dass Rüden offensichtlich insgesamt etwas schneller in der sogenannten physikalischen Kognition, also im Umweltverständnis sind, was durchaus mit Daten anderer Säugetiere übereinstimmt. Die Motivation beider Geschlechter, so betonen sie, war wohl gleich. <hier könnten wir durchaus vermuten, dass insgesamt, wie er auch in anderen Studien am Hund vorgeschlagen wird, der Rüde tendenziell etwas mehr A-Typ Eigenschaften hätte.> Die Hündinnen dagegen sind offensichtlich besser in der Lage, schnell und erfolgreich ihre dann gefundene Strategie zu verbessern, und daher bei der Wiederholung des Tests insgesamt erfolgreicher.