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Was ist besser – Beschäftigung oder Training?

Die Frage, ob zur Auslastung eines Hundes Trainingsmaßnahmen oder Beschäftigungsmaßnahmen im Sinne einer Verhaltensbereicherung (beispielsweise Futtersuchen, Intelligenzspiele, etc.) besser geeignet sind, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Belastbare Daten und ausführlichere Untersuchungen dazu dagegen fehlen.

Nun hat in einer vorläufigen Untersuchung an Wölfen in verschiedenen Nordamerikanischen Zoos eine Autorinnengruppe rund um Nicole Dorey (Zoo Biol, 34(6), 513-517) hier versucht, mit Hilfe einer „Befragung“ der betroffenen Wölfe selbst erste Daten zu gewinnen. Vier Wölfe insgesamt erhielten die Möglichkeit, selbst zwischen Training (im Sinne einer mit dem Menschen zusammen gestarteten Ausbildung neuer Tricks und neuer Beschäftigungsmaßnahmen) oder der Beschäftigung mit verhaltensbereichernden Maßnahmen (nämlich einem Futterball oder einem Reifen) zu wählen. Die Ergebnisse sind recht aufschlussreich. Zwei der vier Wölfe bevorzugten das Training mit dem Trainer, zwei die verhaltensbereichernden Stimuli aus der Umgebung. Nur einer der Wölfe hatte bei dieser Bevorzugung auch eine statistisch aussagekräftige Datenverteilung erreicht. Die Untersuchung zeigt also, dass auch diese Frage wohl nur individuell zu lösen ist, man sollte gegebenenfalls also den Hund selbst entscheiden lassen, ob er lieber Training im Sinne von Trick Dog und ähnlichen, mit dem Menschen gemeinsam gestarteten Aktivitäten vorzieht oder lieber eine Beschäftigung mit eigenen, für ihn zur Verfügung stehenden Intelligenzspielen und ähnlichen Gegenständen. [UG]