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Gesichtererkennung und Zuordnung bei Mensch und Hund

Eine Studie von Annett Schirmer und Coautoren (National University of Singapour) zeigt, wie Menschen auch ohne Hundeerfahrung hundliche und menschliche Gesichtsausdrücke gleichermaßen zuordnen können. Den Versuchspersonen wurden entweder Fotos des gesamten Gesichts eines Hundes oder eines Kindes in positiver und negativer Stimmung (beim Spielen bzw. bei sozialer Isolation) vorgeführt, oder ein Bild, das nur den oberen Teil des Gesichts, also die Augenregion zeigte.

Menschliche Beobachter konnten unabhängig von ihrer Hundeerfahrung die Bilder der positiven und der negativen Emotion von Hunden und Menschen gleichermaßen zuordnen, wenn sie das gesamte Gesicht gesehen haben. Hundeerfahrung verbesserte zwar das Ergebnis, war aber keine notwendige Voraussetzung dafür. Negative Emotionen wurden genauso gut von Gesamtaufnahmen des Gesichts wie von der zurechtgestutzten Aufnahme mit nur Augenpartien abgelesen. Weibliche Beobachter konnten die affektiven Zustände der fotografierten Menschen und Hunde besser interpretieren, und auch diese Ergebnisse zeigen wieder einmal, dass offensichtlich vergleichbare Mechanismen der Bildbearbeitung im Zusammenleben zwischen Mensch-Mensch und Mensch-Hund aktiviert werden. (PLoS one, Wohl. 8 (9) e74591)