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Magnetfeldorientierung bei Hundeartigen

Die Fähigkeit von Hundeartigen, sich offensichtlich sehr genau exakt nach dem Magnetfeld der Erde, also in Richtung des Nord-Süd-Pols auszurichten, ist an völlig unerwarteten Stellen in den vergangenen Jahren mehrfach bestätigt worden. Zunächst fand ein Autorenteam um Jaroslav Cerveny, von verschiedenen tschechischen Universitäten und der Zoologie der Universität Essen (Arbeitsgruppe Prof. Hynek Burda), dass Füchse, speziell Rotfüchse in Tschechien wurden hierfür beobachtet, sich bei ihrem Mäuselsprung offensichtlich in Richtung des Nord-Süd-Pols ausrichteten. Gerade in dichter Vegetation oder bei tieferem Schnee sind erfolgreiche Attacken ganz besonders häufig dann, wenn sie Richtung Norden springen, Sprünge in andere Richtungen des Kompasses sind meist erfolglos. Diese Richtungsspezifität war unabhängig von der Tageszeit, der Bewölkung, der Windrichtung und der Jahreszeit. (Bioll. Let. 7, 355–357, 2011)

Zwei Jahre später fanden eine Reihe von Autoren und Autorinnen derselben Arbeitsgruppen (Hart et al. wiederum Seniorautor Hynek Burda), dass auch Haushunde sich offensichtlich nach Variationen des Magnetfelds der Erde ausrichten. Hier geht es speziell um das Kot- und Urinabsetzen der Hunde, die sich hier ziemlich genau entlang der Nord-Süd-Achse ausrichten. Die wenigen Fälle, in denen Hunde freiwillig nicht diesem Magnetfeld folgen, sind jeweils solche, bei denen sich gleichzeitig kurzfristige Störungen des Magnetfeldes, wie sie allen Flieger/innen unangenehm bekannt sind, nachweisen lassen. Welche biologische Bedeutung diese Ausrichtung hat, ist für das Autorenteam nach wie vor unklar, die Fähigkeit des Hundes, sich so zu orientieren dagegen lässt doch eine ganze Menge Rückschlüsse auf andere, eventuell Fernorientierungen zu. (Front. Zool. 10:80, 2013 doi: 10.1186/1742-9994-10-80)