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Rudelstrukturen in Hundegruppen

Gesichtererkennung – es wird immer interessanter

In einer kürzlich erschienenen Veröffentlichung (D. Dilks et al., Peer J 3:e115, 2015) werden neue Ergebnisse aus der Arbeitsgruppe von Gregory Berns aus Atlanta berichtet. Hunde wurden hier im Wachzustand ohne Einschränkung in der fMRI Röhre untersucht, während man ihnen Gesichter von Menschen und von Hunden im Vergleich zu anderen Fotos vorlegte. Im Bereich des Temporal-, also Schläfenlappens des Gehirns arbeitete das Gehirn deutlich erkennbar stärker, wenn Filmaufnahmen oder Fotos von menschlichen oder hundlichen Gesichtern vorgeführt wurden. Es gibt also dort in der Schläfenregion der Hirnrinde von Hunden eine spezielle, auf Gesichter selektiv reagierende Gehirnregion, die sowohl für Hunde als auch für Menschen ansprechbar ist. Dieser Befund, der bisher so nur von Primaten, also höheren Affen vorlag, kann also auf andere sozial lebende Säugetiere übertragen werden. Auch das kann eine weitere Erklärung dafür sein, warum Hunde so spezifisch und auch so empfindlich auf menschliche Gesichtsausdrücke und deren spezielle Bedeutung ansprechen können.

Zudem ist ein weiterer Beleg dafür, dass Menschen und Hunde im Gehirn des Haushundes offensichtlich ähnliche Repräsentationen besitzen, der Hund also auch von seinem Wahrnehmungs- und Erkennungsapparat her ein echter Grenzgänger zwischen den beiden Arten ist. [UG]