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Neue Erkenntnisse zur Wirkung von Trainingssignalen im Gehirn

Im Labor von Gregory Berns an der Universität von Atlanta wurde eine neue, sehr spannende Studie durchgeführt: Peter Cook, Mark Spivak und Gregory Berns (Peer J 2: e596 214) veröffentlichen, wie sich im Gehirnscan von Hunden die Handzeichen von bekannten und unbekannten Menschen auswirken. Die Hunde wurden darauf trainiert, dass ein bestimmtes Handzeichen ihres Halters eine schmackhafte Belohnung bedeutet, ein anderes Handzeichen dagegen neutral ist, also ohne Belohnung. Sobald dies geschehen war, wurden die Hunde dann entweder von ihrem eigenen, vertrauten Hundehalter oder von einem fremden Menschen oder von einem Computerbildschirm mit dem betreffenden Handzeichen konfrontiert. Es zeigte sich deutlich, dass im Nucleus caudatus, einem der wichtigen Emotionszentren des Gehirns, eine sehr viel stärkere Reaktion erfolgte, wenn das Handzeichen für leckere Belohnung gegeben wurde. Das neutrale Handzeichen löste dort fast keine elektrische Aktivität aus. Zu beachten ist jedoch, dass sich die Reaktion auf fremde und bekannte Menschen bzw. Computerbildschirme mit Temperament und Persönlichkeit des Hundes in Verbindung bringen lies: Hunde, die in dem gleichzeitig ausgefüllten C–BARQ Persönlichkeitstest als aggressionsbereiter gegen Fremde auftraten, zeigten verstärkte Reaktionsunterschiede zwischen positiven und neutralen Handzeichen bei den fremden Menschen und dem Computer. Hunde, die im C-BARQ Persönlichkeitsfragebogen weniger aggressionsbereit waren, zeigten stärkere Reaktionsunterschiede auf positive versus neutrale Handzeichen bei ihrem vertrauten Hundehalter.

Die Untersuchungen zeigen also nicht nur, dass positive, mit Belohnung verknüpfte Handzeichen und wohl auch andere Signale sehr wohl beim Hund positive Emotionen auslösen. Sie zeigen auch, dass die Bedeutung des vertrauten und positiv belegten Hundehalters gegenüber fremden Menschen abhängig ist von Temperament und Persönlichkeit des Hundes. Die genannten Aussagen dürften auch für eine Bewertung unterschiedlicher Trainings- und Ausbildungsmaßnahmen von Hunden unterschiedlicher Persönlichkeiten Bedeutung haben. (UG)