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Geschlechterkennung beim Hund durch Stimmlage abhängig von sozialem Umfeld

Ratcliffe, Mc Comb und Rebi haben 2014 (Animal Behaviour 91, 127&ndash135) einen Artikel über die Fähigkeit der Geschlechterkennung durch Hunde veröffentlicht. Den Hunden wurden Bilder von Männern oder Frauen gezeigt, und gleichzeitig vom Tonband eine Männer oder Frauenstimme abgespielt. Es wurde dann darauf geachtet, wie schnell, oder ob überhaupt die Hunde sich auf das korrekte Bild konzentrierten, ob sie also das Männerportrait anschauten, wenn eine Männerstimme erklang, und das Frauenportrait, wenn eine Frauenstimme erklang.

Hunde waren und sind dazu in der Lage, jedoch ist ein statistisch nachweisbarer Unterschied in der Fehlerrate abhängig von der Zahl der erwachsenen Menschen, die mit dem Hund zusammenleben. Hunde, die nur mit einem Menschen, oder maximal mit einem Mann und einer Frau zusammenlebten, hatten ein größeres Problem und eine höhere Fehlerrate. Hunde, die mit mindestens 3 erwachsenen Menschen, darunter je ein Mann und eine Frau, in der Familie zusammenlebten, hatten eine sehr viel geringere Fehlerrate, waren also bei der generalisierten Zuordnung von menschlichen Stimmen zu menschlichen Gesichtern sehr viel besser.

Auch dieser Befund zeigt einmal mehr, wie kompliziert die Zusammenhänge zwischen sozialer Erfahrung, kognitiven Leistungen, und dem momentanen sozialen Umfeld eines Hundes sind. (UG)